Kathrin Möbius/ , , , , , , , , , , / 0Kommentare


Portfolio

Kurzbeschreibung

Portfolios sind Sammelmappen, in denen verschiedene Artefakte (z. B. Bilder, Texte) durch den Lernenden gesammelt werden. Dies kann mit Hilfe digitaler Werkzeuge unterstützt werden, um Medien in digitaler Form (wie z. B. Texte, Videos, Audio-Dateien) zu bündeln [5]. In dieser Form wird das Portfolio als E-Portfolio bezeichnet. Mit Hilfe eines (E-)Portfolios kann der Lernprozess und -fortschritt sichtbar gemacht werden und damit Grundlage für Reflexionsprozesse sein. Auf diesem Weg wird das selbstgesteuerte Lernen unterstützt. Durch die systematische Aufarbeitung und Dokumentation der Lerninhalte, entsteht ein übersichtlicher Wissensspeicher, den die Lernenden insbesondere in der digitalen Form leicht erweitern und im Sinne des lebenslangen Lernens auch über einen Kurs hinaus fortführen können.

Beschreibung

Ziel des Methodeneinsatzes

Mit dem Einsatz von Portfolios können 1. Fähigkeiten und Fertigkeiten der Lernenden gefördert, aber 2. auch für den Lehrenden Entwicklungen sichtbar werden, die über eine Momentaufnahme mittels Abschlussprüfung hinausgehen.

Zu 1.: Das Erstellen eines Portfolios erhöht die Selbstreflexivität, stärkt die Übernahme von Selbstverantwortung und Steuerung Ihrer Lernenden für den eigenen Lernprozess. Außerdem wird die Selbstbeurteilungsfähigkeit erhöht. Im Rahmen der Portfolioarbeit wird der Lernende darin unterstützt, selbst Lernziele zu formulieren und diese gleichzeitig zu überprüfen. Durch die Eigenaktivität und den Entstehungsprozess einer eigenen Sammlung wird die Motivation Ihrer Lernenden erhöht [2,3].

Zu 2.: Sie erhalten stärker Einblicke in die Perspektive des Lernenden sowie Feedback über den Lernprozess sowie Erfahrungen im Kurs, die Sie für Evaluationszwecke Ihres Kurses einsetzen können. Mit Hilfe dieser ausführlicheren Informationen, haben Sie die Möglichkeit, gezielter und individueller auf die Lernenden einzugehen, zu beraten und zu unterstützen.

Ablauf

Für den Einsatz von Portfolios sind folgende Schritte notwendig [1]:

  1. Die inhaltliche Zielstellung der Portfolio-Arbeit wird festgelegt. Hierbei gilt es, die Studienordnung und die Kompetenzziele der Lehrveranstaltung zu berücksichtigen.
  2. Die Lernenden sammeln und erstellen Artefakte (Text-, Audio-, Video-, Bilddateien), die mit dem Lernziel verknüpft sind. Aus den gelungensten Lernprodukten und passendsten Quellen wählen die Lernenden dann die Artefakte aus, die sie in ihr Portfolio einfügen möchten.
  3. Die Studierenden reflektieren ihre Artefakte und den bisherigen Lernprozess.
  4. Die Sammelmappen und/oder Portfolio-Aufgaben werden freigegeben und können je nach Einstellung und Bedarf nun von anderen Lernenden oder Ihnen kommentiert werden (hierbei sind Feedback-Regeln zu beachten).

Portfolios können in analoger Form geführt werden – also in Papierform oder mit Hilfe von digitalen Werkzeugen unterstützt werden (E-Portfolio).

Arbeitshilfen/Vorlagen

Sie können unterschiedliche Formen von (E-)Porfolios nutzen, die sich in ihrem Aufbau unterscheiden:

  • Lernwegportfolio (z. B. Darstellung von Lernprozessen) → unterstützt alle Phasen des Lernprozesses
  • Veröffentlichungs-/Präsentationsportfolio (ergebnisorientiert) → unterstützt Kontrolle
  • Kompetenz-/Bewerbungsportfolio (bspw. nach Fähigkeitsbereichen)

Stolpersteine

Die Erstellung eines Portfolios ist mit einem relativ hohen Aufwand verbunden – insb. unter Anwendung digitaler Werkzeuge, was sich auf die Motivation der Lernenden auswirkt. Hier hilft es, das Portfolio in den Kurs einzubinden und Aufgaben darüber erledigen zu lassen und Rückmeldungen – eigene oder die von anderen Lernenden – einzubinden, was jedoch wiederum mit höherem Arbeitsaufwand verbunden ist.

Rolle des Lehrenden

Nicht nur die Lernenden arbeiten mit Hilfe eines Portfolios kontinuierlicher an ihrem Lernprozess, auch Sie haben die Möglichkeit, kontinuierlich Einblicke in diesen zu erhalten (insofern die Lernenden damit einverstanden sind) und darauf aufbauend Ihren Lernenden individuell beratend zur Seite zu stehen [4].

Quellen

  1. Lißner, A. (2017). E-Portfolio als Methode – TUDfolio: E-Porfolios in OPAL. https://bildungsportal.sachsen.de/opal/auth/RepositoryEntry/5179375619/CourseNode/87910630357957 [letzter Zugriff: 07.03.2017].
  2. Löser, A. P. (2008). Die reflexive Selbstevaluation als Teil der Lernhandlung in der beruflichen Weiterbildung. Eine literaturanalytische Explikation. Bielefeld: Univ., Fak. für Pädagogik.
  3. Melograno, V.-J. (1994). Portfolio Assessment. Dokumenting Authentic Student Learning. In: Journal of Education. 65 (8).
  4. Zeuner, U. (2016). E-Porfolio. Digitales Lehren & Lernen in der Hochschule: Heft 2: Mehr Feedback für bessere Lehre. Möglichkeiten des E-Assessments. addprint(R)AG, S. 34. http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/21741/Heft02_Digitales_Lehren_&_Lernen_Feedback_E-Assesment.pdf [letzter Zugriff: 07.03.2017].
  5. Fortenbacher, A. & Dux, M. (2011). Mahara und Facebook als Instrumente der Portfolioarbeit und des Self-Assessments. http://tud.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/7635/20_Fortenbacher.pdf [letzter Zugriff: 14.03.2017].

Rahmenbedingungen

Dimen­­sionen Selbst­­ge­­steuert Fremd­­ge­­steuert
Lern­­ziele
Lern­­inhalte
Lern­­zeiten
Lern­­ort
Lern­­erfolgs­­prüfung
Lern­­material
Lern­­partner

Gruppengröße

1-56-1011-16 17-30

Benötigte Zeit

kursbegleitend

Unterstützung der Lernphase

Planung/ ZielsetzungDurchführungKontrolle (je nach Form)

Digitale Werkzeuge zur Umsetzung der Methode

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.
Urheber: Projekt Weiterbildung selbstorganisiert

Ähnliche Einträge

Share this Post

Hinterlasse eine Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.