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Open Space

Kurzbeschreibung

Ein Open Space ist eine neue und offene Form der Arbeit in Themengruppen in einem Konferenz- bzw. Tagungsformat. Dabei gibt es keine vorab festgelegten Themen, Methoden oder Vortragenden. Zu Beginn eines Open Spaces stehen lediglich ein Leitthema sowie ein Zeitrahmen und mehrere Gruppenräume zur Verfügung. Die Themen werden durch das Publikum vorgeschlagen und ein Themenpate festgelegt, der die anschließenden Gruppenarbeitsphasen moderiert, betreut sowie die Ergebnisse sichert. Die Teilnehmenden bestimmen somit den Ablauf der Konferenz und tragen ihre Ideen und Erfahrungen dort bei, wo sie sich engagieren möchten. So können sie ihre individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen und erweitern. Der Open Space verläuft ergebnisoffen.

Ziel des Methodeneinsatzes

Durch die Einbeziehung der individuellen Interessen und die aktive Beteiligung aller Teilnehmenden, ermöglicht der Open Space eine hohe Selbstorganisation und Selbstbestimmung [1]. So legen die Teilnehmenden Lerninhalte, -methoden und -ziele selbst fest.

Ablauf

  1. Begrüßung und Einführung
    Vorstellung der Methode und des Ablaufs, Einführung in das Leitthema
  2. Vorstellungsrunde (optional)
    Ggf. Vorstellung der Teilnehmenden (Name und 3 Schlagworte zu Interessen)
    Alle Teilnehmenden stellen sich kurz (!) mit Namen und 3 Schlagworten vor, die ihr Tätigkeits- und Interessensfeld beschreiben.
  3. Themensammlung
    Das Publikum wird aufgefordert, Themen für die nachfolgende Konferenz einzureichen. Alle Teilnehmenden können beliebig viele Themen auf ein Blatt schreiben und an einer Sammeltafel anbringen.
  4. Marktplatz
    Anschließend wird abgestimmt, welche Themen wann im Verlauf des Open Spaces und an welchem Ort besprochen werden. Ggf. werden die Themen durch die Themenpaten mit einem kurzen Werbeslogan vorgestellt. Themen werden angepasst oder neu sortiert. Die Teilnehmenden ordnen sich den Gruppen zu, in denen sie mitarbeiten möchten. Ggf. gibt es Einschreibelisten für die einzelnen Gruppen.
  5. Open Space
    Arbeit in den Themengruppen. Die Gestaltung der Arbeitsgruppen legen die Teilnehmenden selbst fest. Sie können das bereit gelegte Moderationsmaterial ebenso nutzen wie digitale Kommunikations- und Dokumentationswerkzeuge oder andere Arbeitsformen. Die Gruppenarbeit wird protokolliert und dokumentiert, damit der aktuelle Arbeitsstand sowie die Ergebnisse zusammengetragen und auf dem Marktplatz transparent veröffentlicht werden können.
  6. Harvesting, Ergebnissammlung
    Die Gruppenergebnisse werden im Plenum zusammengetragen. Ggf. auch in Papierform als Bericht.
  7. Abschluss
    Ggf. werden Umsetzungsmöglichkeiten und weitere Arbeitsschritte diskutiert.

Leitlinien [2]

  • Ein Open Space birgt vielfältige Überraschungen. auf die sich die Teilnehmenden gefasst machen sollten.
  • Alle Personen sind geeignet, gleichberechtigt und arbeiten motiviert am Thema mit.
  • Es gibt keinen vorgeschriebenen Plan, es darf immer wieder umstrukturiert werden.
  • Eine Gruppe fängt erst dann an zu arbeiten, wenn sie sich bereit fühlt und bestimmt Arbeits- und Pausenzeiten selbst. Wenn eine Gruppe eher „fertig“ ist, schließt sie sich anderen Gruppen an, wenn eine Gruppe mehr Arbeitszeit benötigt, arbeitet sie weiter.
  • Wechsel zwischen Gruppen ist erwünscht.
  • à Gesetz der zwei Füße (Jeder darf kommen und gehen, wohin seine Füße ihn tragen)

Rollen [2]

  • Hummel: bestäuben und bringen Ideen zu einem anderen Ort, wechseln fortlaufend zwischen den Gruppen und stellen so Synergien her
  • Schmetterling: fliegen ziellos umher, genießen das Leben und entspannen
  • Elefant: schließt sich einem Projekt an, initiiert dieses und bleibt immer dabei

Stolpersteine

  • Die Teilnehmenden sollten auf das selbstständige Arbeiten vorbereitet sein und müssen sich auf das Format einlassen. Sie müssen bereit sein, sich aktiv zu beteiligen, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen [1].
  • Das Miteinander sollten durch eine offene Atmosphäre geprägt sein, in der jeder Beitrag willkommen ist. Vermieden werden sollte Vielrednerei durch einzelne dominante Gruppenmitglieder. Auch auf eine gesteigerte Sensibilität gegenüber möglicher Entwertung der Beiträge anderer in der eigenen Ausdrucksweise (Wortwahl, Mimik, Gestik) sollte geachtet werden [1].
  • Hilfreich ist es, wenn die Teilnehmenden bereits über Kenntnisse von Methoden zur Durchführung der Gruppenarbeit besitzen (z.B. Clustering, Meta-Plan, Moderation, Feedback) [1].

Rolle des Lehrenden

Der Lehrende übernimmt die Moderation und begleitet und unterstützt das Geschehen aus einer stillen Beobachtungsposition im Hintergrund. Er steht als Ansprechperson zur Verfügung und hilft bei organisatorischen Problemen.

Quellen

  1. Reich, K. (Hrsg.) (2003). Open Space. http://methodenpool.uni-koeln.de/download/open_space.pdf [letzter Zugriff: 27.01.2017]
  2. O. V. (o. J.). Open Space. http://www.informdoku.de/pdfs/openspace.pdf [letzter Zugriff: 10.03.2017]

Rahmenbedingungen

Dimen­­sionen Selbst­­ge­­steuert Fremd­­ge­­steuert
Lern­­ziele
Lern­­inhalte
Lern­­zeiten
Lern­­ort
Lern­­erfolgs­­prüfung
Lern­­material
Lern­­partner

Gruppengröße

6-10 11-16 17-30 31-60 mehr als 60

Benötigte Zeit

bis zu 4 UE bis zu 8 UE laenger als 8 UE

Unterstützung der Lernphase

Durchführung

Benötigte Ressourcen (Minimalanforderungen)

  • Möglichkeiten zur Durchführung von Kleingruppenarbeiten (idealerweise mehrere Gruppenräume)
  • Moderationsmaterial und Metaplanwände/Flipcharts
  • Zeit- und Raumtafel für Themenplanung

Creative Commons Lizenzvertrag
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Urheber: Projekt Weiterbildung selbstorganisiert

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1 Kommentar

  1. Kann Frustration erzeugen, da eventuell wenig neue Information transportiert wird.

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