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Zukunftswerkstatt

Kurzbeschreibung

In der Zukunftswerkstatt sind alle Akteure Experten. Diese bringen ihr individuelles Wissen, ihre Erfahrungen aber vor allem auch ihre Fantasie in die Zukunftswerkstatt ein. In Gruppen diskutieren die Teilnehmenden gleichberechtigt zu einem vorab festgelegten Rahmenthema und nehmen gleichzeitig die Rolle eines Lernenden und eines Lehrenden ein. Die Gruppen werden von einer Moderationsperson begleitet [1].

Beschreibung

Ziel des Methodeneinsatzes

In Gruppen soll das Wissen der Teilnehmenden als Experten aktiviert und zusammengetragen werden, um so Lösungen für gemeinsam festgelegte Probleme oder Herausforderungen zu finden.

Ablauf

Die Zukunftswerkstatt findet in drei inhaltliche Arbeitsphasen und einer vorgelagerten vorbereitenden Phase statt [2]. Auch eine nachbereitende Phase kann angeschlossen werden.

  1. Vorphase:
    1. Vorstellung der Teilnehmenden
    2. Einführung in die Methode und die zu lösenden Fragestellung
    3. ggf. Visualisierung der Phasen der Zukunftswerkstatt inkl. „Spielregeln“
    4. ggf. auflockernde Übungen (Entspannungstechniken, Fantasiereise, Kennenlernspiele)
  2. Kritikphase:
    1. Kritiksammlung: Sammlung der individuellen Kritikpunkte am Thema durch möglichst präzise Formulierungen, hierzu können durch die Moderationsperson verschiedene Moderationstechniken (Leitfragen, Kartenabfrage, Brainstorming, gezieltes Fragen, Gruppendiskussion, Mindmapping, Metaplanmethode, stumme Impulse, freies Assoziieren) genutzt werden
    2. Systematisierung: Visualisierung, Sammlung und Zusammenfassung der Kritikpunkte nach Problembereichen (Clustern)
    3. Bewertung: Gewichtung und Identifikation der wichtigsten Problembereiche, die in der anschließenden Phase bearbeitet werden sollen (z. B. durch Klebepunkte)
  3. Phantasiephase:
    1. Umkehrung der Kritikpunkte in fantasievolle Handlungsschritte, Zukunftsideen, Wünsche, Träume, Ziele, Utopien → bewusstes „Rumspinnen“, ohne Zweifel und „Aber“, gern auch unterstützt durch kreative Methoden (z. B. Fantasiereise, Malen, Theaterspiel, Vergleich mit „Science Fiction“ …)
    2. Sammlung der Vorschläge und Ausarbeitung konkreter utopischer Entwürfe (ggf. ist eine vorhergehende Priorisierung und Auswahl der Vorschläge notwendig
    3. Gegenseitige Vorstellung der ggf. in Kleingruppen erarbeiteten Entwürfe, die Teilnehmenden entschieden selbst, wie diese präsentiert werden (z. B. Rollenspiel, Tonbandreportage, Collage, Sketch, Bild)

    Spielregeln [2]: Alle Ideen sind erlaubt, es wird keine Kritik geäußert. Erwünscht sind Kreativität, Phantasie und Utopie. Die Gruppe bestimmt die Art der Präsentation.

  4. Realisierungsphase:
      1. Konkretisierung der Entwürfe und Überprüfung der Realisierbarkeit (Tipp: um einen Realitätsschock zu vermeiden, sollte mit Ideen begonnen werden, die hohe Realisierungschancen haben)
      2. Entwicklung einer Umsetzungsstrategie mit konkretem Projektplan

    Spielregeln [2]: Planung Schritt für Schritt. Festlegung von Verantwortlichkeiten (Wer, Was, Wann, Wie, Wo?). Jeder Teilnehmende formuliert seinen eignen Beitrag zur Zielerreichung.

  5. Nachbereitende Phase:
    1. Umsetzung und Praxisanwendung des Erarbeiteten in weiterführender Werkstattarbeit

Stolpersteine

  • Fehlendes Sachwissen und damit einhergehend fehlende innere Betroffenheit
  • Mangelnde Bereitschaft, bekannte Denkstrukturen zu verlassen und alternative Gedankengänge zu entwickeln [3]
  • Resignation und Frustration bei niedriger Realisierungserwartung
  • Einschränkung der Kreativitätspotenziale und Selbststeuerungsmöglichkeiten durch Zeitdruck
  • Traditionelle Erwartungshaltung an das Seminar erfordert klare Kommunikation, dass es sich bei diesem Format nicht um ein traditionelles Seminar handelt, in dem etwas geboten wird, sondern um ein Format, indem die Teilnehmenden selbst Akteure sind und das Wissen nicht vom Dozierenden kommt

Rolle des Lehrenden

Moderation

  • Anstöße geben, Aktivierung der Teilnehmenden zur kreativen Entfaltung
  • Überwachung der Einhaltung von Spielregeln und Zeitvorgaben
  • Ergebnisvisualisierung und -sicherung
  • offene, wertschätzende, gleichberechtigte Haltung
  • Moderation von Gruppenverhalten, Konflikten und Feedback

Quellen

  1. Reich, K. (Hrsg.) (2003b). Zukunftswerkstatt. http://methodenpool.uni-koeln.de/download/zukunftswerkstatt.pdf [letzter Zugriff: 13.01.2017]
  2. Weinbrenner, P. (2001). Zukunftswerkstatt. http://www.sowi-online.de/praxis/methode/zukunftswerkstatt.html_0 [letzter Zugriff: 13.01.2017]
  3. Engartner, T. & Jehle, M. (2016). Zukunftswerkstatt. http://www.sowi-online.de/praxis/methode/zukunftswerkstatt.html_3 [letzter Zugriff: 13.01.2017]

Rahmenbedingungen

Dimen­­sionen Selbst­­ge­­steuert Fremd­­ge­­steuert
Lern­­ziele
Lern­­inhalte
Lern­­zeiten
Lern­­ort
Lern­­erfolgs­­prüfung
Lern­­material
Lern­­partner

Gruppengröße

17-30

Benötigte Zeit

laenger als 8 UE

Unterstützung der Lernphase

Planung/ ZielsetzungDurchführungKontrolle

Benötigte Ressourcen (Minimalanforderungen)

  • Raumgröße muss Kleingruppenarbeit ermöglichen
  • Flexible Sitzordnung (z. B. Stuhlkreise)
  • Möglichkeiten zur Visualisierung der Arbeitsergebnisse (z.B. Papier, Moderationsmaterial, Stellwände (alternativ Flipchart oder Tafel))

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.
Urheber: Projekt Weiterbildung selbstorganisiert

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