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Projektarbeit

Kurzbeschreibung

Im Zentrum der Projektarbeit als konstruktivistischer Methode steht die eigenständige Entwicklung, Bearbeitung und Präsentation eines Projektes durch die Lernenden. Diese bearbeiten eine komplexe Fragestellung, wobei sie auf vorhandenes Fachwissen zurückgreifen, dies diskutieren und sich auf Hypothesen einigen, sowie einen Plan zur Vorgehensweise erarbeiten. Sie eignen sich zusätzlich erforderliches Fachwissen selbstständig an, entwickeln gemeinsam Lösungsvorschläge und verteilen Arbeitsaufgaben. Die Projektergebnisse werden abschließend vorgestellt [1].

Dabei geht es nicht nur um die Lösung einer Aufgabe mit nur einem möglichen Lösungsweg, sondern um die Bearbeitung einer komplexen Fragestellung, welche durch mehrere Teilaufgaben gekennzeichnet ist, die die Lernenden selbst identifizieren und mit selbst gewählten Methoden lösen müssen [1].

Beschreibung

Ziel des Methodeneinsatzes

Ziel dieser handlungsorientierten Methode ist es, Lernen durch die Verbindung theoretischer und praktischer Arbeitsschritte zu ermöglichen. Das Projektthema soll den Lernenden die Möglichkeit geben, erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten anzuwenden und zu entwickeln.

Ablauf

Die Projektarbeit erfolgt in Kleingruppen, die sowohl das zu bearbeitende Problem und zu erreichende Ziel als auch die konkreten Umsetzungsschritte und –methoden selbst aushandelt und bestimmt. Jedes Gruppenmitglied soll in allen Phasen gleichberechtigt mitwirken und beitragen können. Der Lehrende begleitend den Prozess als Coach und Lernbegleiter (siehe Rolle des Lehrenden).

  1. Vorbereitung
    Der Lehrende bestimmt den Rahmen für die Projektarbeit. Er formuliert ein Thema und legt fest, welche Kompetenzen gefördert werden sollen und welche vorausgesetzt werden. Er ist für den zeitlichen und organisatorischen Rahmen verantwortlich. Überlegungen, welche Projektideen bearbeitet werden könnten, welche Hilfestellungen angeboten werden können/sollen und welche Probleme auftreten könnten sind bereits in dieser Phase hilfreich.
  2. Einstieg
    Die Studierenden werden in die Methode eingeführt und lernen Anforderungen kennen, wie sie ein eigenes Projekt entwickeln können. Sie erhalten eine fachliche Einführung in das Thema der Projektarbeit. Der zeitliche und organisatorische Rahmen wird abgestimmt und die Gruppen werden festgelegt.
  3. Planung
    • Entwicklung einer Projektidee und eigenständige Formulierung der Aufgabenstellung.
      Als Anstoß für eine Projektidee können bspw. Sachverhalte bieten, die die Lernenden zum Staunen, zur Verstörung oder zum Fragen (emotionale Reaktion) anregen. Indem die Lernenden reflektieren, wodurch die emotionale Reaktion ausgelöst wurde und welches Problem dahinter steckt (intellektuelle Bearbeitung), kann eine Problem- bzw. Aufgabenstellung für die Projektarbeit entwickelt werden.
    • Ggf. kann hier ein Zwischenschritt durchgeführt wird, in dem die Lernenden Ihre Idee und Aufgabenstellung mit dem Lernberater besprechen und weitere Anregungen erhalten
    • Entscheidung über das weitere Vorgehen
      Es werden Lösungsschritte festgelegt und daraus Arbeitsaufgaben abgeleitet, die in der Gruppe verteilt werden. Ein Projektplan mit benötigten Ressourcen und Zeitplanung wird erstellt.
  4. Realisation
    Die geplanten Arbeitsschritte werden durchgeführt sowie der Prozess und das Ergebnis dokumentiert.
  5. Auswertung
    Die Projektergebnisse werden vorgestellt. Der Arbeitsprozess wird Kriterien geleitet (z. B. ergebnisbezogen, prozessbezogen, gruppenbezogen, lernzielbezogen (Was haben wir gelernt? Was wollen wir noch lernen?) reflektiert. Verbesserungsvorschläge und Hinweise zur Betreuung durch den Lernberater werden gesammelt.
  6. Präsentation
    Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit präsentiert.
  7. Abschluss
    Mit einem gemeinsamen Ausklang wird die Projektarbeit beendet.

Stolpersteine

Bei unerfahrenen Lernenden besteht die Gefahr, dass diese vor allem bei der selbstständigen Wahl der Projektidee noch stärkere Hilfestellungen benötigen. In diesem Fall kann der Lernbegleiter eingreifen und Ideen und Anregungen in der Planungsphase geben, die von den Lernenden ergänzt und anschließend selbstständig weiter bearbeitet werden [1].

Rolle des Lehrenden

Der Lehrende unterstützt die Projektarbeit in der Rolle des Lernberaters und Coaches. Er beobachtet, begleitet und analysiert den Lernprozess und achtet darauf, dass die Lernenden nicht fehllaufen. Dabei können regelmäßige Meilenstein-Termine vereinbart werden, in denen der aktuelle Bearbeitungsstand der Projekte mit dem Lernberater besprochen wird. Der Lernberater kann als Ratgeber Anregungen für Lösungsmöglichkeiten geben, Kriterien vorschlagen, die zur Entscheidungsfindung dienen können oder weiterführende Informationen anbieten [1]. Dabei kann er auch Verbindungen zwischen Projekten herstellen und unterstützen [2]. Er sollte jedoch nicht steuernd in den Projektverlauf eingreifen [1].

Seine Aufgabe ist darüber hinaus die Gestaltung der Rahmenbedingungen. Er stellt bspw. Informationsquellen bereit oder unterstützt bei der Beschaffung notwendiger Ressourcen [1].

Quellen

  1. Reich, K. (Hrsg.) (2008). Projektarbeit. http://methodenpool.uni-koeln.de/download/projektmethode.pdf [letzter Zugriff: 03.02.2017].
  2. Wolf, K. D. (2003). Gestaltung und Einsatz einer internetbasierten Lernumgebung zur Unterstützung Selbstorganisierten Lernens.

Rahmenbedingungen

Dimen­­sionen Selbst­­ge­­steuert Fremd­­ge­­steuert
Lern­­ziele
Lern­­inhalte
Lern­­zeiten
Lern­­ort
Lern­­erfolgs­­prüfung
Lern­­material
Lern­­partner

Gruppengröße

11-1617-30

Benötigte Zeit

laenger als 8 UE

Unterstützung der Lernphase

Durchführung

Benötigte Ressourcen (Minimalanforderungen)

  • Werden entsprechend der Projekte erforderlich

Digitale Werkzeuge zur Umsetzung der Methode

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.
Urheber: Projekt Weiterbildung selbstorganisiert

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