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Kurzbeschreibung

In einem Lernquellenpool werden Arbeitsmaterialien absichtsvoll, gezielt und begründet zur Verfügung gestellt [2]. Diese können durch den Lehrenden ausgewählt und von den Lernenden jederzeit ergänzt und erweitert werden. Der Lernquellenpool kann bestehen aus:

  • aktueller Fachliteratur (Bücher, Zeitschriften, Aufsätze, Lexika),
  • selbst erstellten Ordnern mit thematisch sortierten (Leit- oder Informations-)Texten,
  • erarbeiteten Skripten der Kursleitenden als Übungsangebote,
  • Lern- und Arbeitsaufgaben zur Wiederholung, Vertiefung, Weiterführung,
  • audiovisuellen Medien (Lehrfilme, Erklärvideos, Podcasts),
  • einer Auswahl verschiedener PC-gestützter Lernprogramme,
  • einer Linksammlung zu lernthemenrelevanten Datenbanken u. Ä.
  • Internetzugang [3].

Beschreibung

Ziel des Methodeneinsatzes

Durch ein vielfältiges Angebot an Materialien, die themenbezogen oder prozessbezogen sein können, werden Lernende zur selbstständigen Auswahl und Bearbeitung von Lernmaterialien angeregt und erhalten dabei die Möglichkeit, sich selbstständig Wissen zu erschließen, zu wiederholen, zu vertiefen oder Fähigkeiten zu trainieren.

Ablauf

Die bereitgestellten Materialien können sich sowohl auf den Lerninhalt als auch auf den Lernprozess beziehen (bspw. Vorstellung von Lerntechniken/-methoden, Unterstützung beim Zeitmanagement o. ä.) [2]. Die Arbeit mit dem Lernquellenpool kann gerade bei mit dem selbstgesteuerten Lernen unerfahrenen Teilnehmenden durch Leittexte unterstützt werden.
Der Lernquellenpool wird sowohl durch die Lernenden als auch die Lehrenden dynamisch weiterentwickelt und so den Bedürfnissen der Lerngruppe spezifisch angepasst. Er kann digital, im Seminarraum oder in einer Lernbibliothek zur Verfügung gestellt werden.
Für die Arbeit mit dem Lernquellenpool werden Lernzeiten eingeplant. Die Lernenden entscheiden selbst, welche Materialien sie wählen und ob sie allein, mit einem Partner oder in Gruppen arbeiten wollen [3].
Der Auftrag zur Arbeit mit dem Lernquellenpool kann variieren. Lernende können sowohl eine konkrete Aufgabenstellung bekommen, die mit Hilfe der Materialien aus dem Lernquellenpools bearbeitet werden soll als auch frei recherchieren, um ein selbstgewähltes Lernziel zu erreichen. Abhängig vom Einsatzszenario sollte der Lernquellenpool unterschiedlich stark strukturiert sein. Eine starke Strukturierung empfiehlt sich, wenn die Lernenden noch nicht sehr mit der Selbststeuerung vertraut sind, wenn wenig Zeit für die Arbeit mit dem Lernquellenpool zur Verfügung steht und wenn es eine starke Fokussierung auf thematische Lernziele gibt [2]. Die Lernquellen sollten dann zielgerichtet und sparsam zur Verfügung gestellt werden. Die einzelnen Texte sollten möglichst kurz und übersichtlich sein (in 10 Minuten lesbar) [2].
Im Gegensatz zur Leittext-Methode ermöglicht der Lernquellenpool mehr Entscheidungsfreiheit über das verwendete Material oder die Definition von Lernzielen. Dies erfordert jedoch auf Seiten der Lernenden einen „bewussteren und reflektierteren Umgang mit dem eigenen Lernen“ [2].

Stolpersteine

  • Die Arbeit mit dem Lernquellenpool muss eingeführt werden. Die Teilnehmenden benötigen Zeit für eine Sichtung des Materials. Bei der Vorstellung des Materials sollte ein Überblick über die Inhalte gegeben werden. Der Lernquellenpool sollte stets sichtbar sowie ansprechend und übersichtlich gestaltet sein [2].
  • Lernende können sich in der Fülle an Material und Informationen verlieren. Ihnen fehlt es an der Beurteilungsfähigkeit, die für die relevanten Quellen auszuwählen. Sie haben daher das Gefühl, alle Quellen ansehen zu müssen.
  • Der Lernquellenpool muss regelmäßig aktualisiert und gepflegt werden. Die Ausleihe von Material muss betreut werden [3].

Rolle des Lehrenden

Hauptaufgabe des Lehrenden ist nicht mehr die Entwicklung von didaktischen Konzepten sondern das Zusammenstellen und Zur-Verfügung-Stellen von Lernquellenpools [2].

Quellen

  1. Jerusel, S. & Greif, S. (1996). Lernquellenpool. In: S. ¬[Hrsg ]¬; Greif & H.-J. Kurtz (Hrsg.): Handbuch Selbstorganisiertes Lernen. Schriftenreihe Psychologie und innovatives Management. Göttingen [u.a.]: Verl. für Angewandte Psychologie, S. 115–123.
  2. Behrenberg, A. (2001). Zum Einsatz von Lernquellenpools. In: S. Dietrich (Hrsg.): Selbstgesteuertes Lernen in der Weiterbildungspraxis. Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt SeGeL. Bielefeld: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, S. 248–257. http://www.die-bonn.de/doks/dietrich0101.pdf [letzter Zugriff: 22.06.2016].
  3. Klein, R. (2016). Selbstständiges Lernen mit dem Lernquellenpool. . https://wb-web.de/file/download/1e8e5012-fa26-051e-dd06-7de2008f4994/gq_het_ha_selbstst%c3%a4ndigeslernenmitdemlernquellenpool_final_20160421.pdf [letzter Zugriff: 03.02.2017].

Rahmenbedingungen

Dimen­­sionen Selbst­­ge­­steuert Fremd­­ge­­steuert
Lern­­ziele
Lern­­inhalte
Lern­­zeiten
Lern­­ort
Lern­­erfolgs­­prüfung
Lern­­material
Lern­­partner

Gruppengröße

1-56-1011-16 17-3031-60mehr als 60

Benötigte Zeit

ca. 1 UEca. 2 UEbis zu 4 UEbis zu 8 UE laenger als 8 UE

Unterstützung der Lernphase

Durchführung

Benötigte Ressourcen (Minimalanforderungen)

  • Platz zur Präsentation und Aufbewahrung der Materialien

Digitale Werkzeuge zur Umsetzung der Methode

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.
Urheber: Projekt Weiterbildung selbstorganisiert

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